Die Badesaison ist eröffnet – Diätenwahn für die Bikinifigur

06. Juni 2007

Erfolgreich und gesund mit Sporternährung abnehmen

(IS) Diäten sind ein Dauerbrenner! Und je höher der propagierte Gewichtsverlust und je geringer der hierfür benötigte Zeitaufwand, desto besser lässt sich ein Diätkonzept vermarkten. Einen zusätzlichen Aufschwung erfahren solche Diäten durch die Öffnung der Freibadpforten. Das große Problem an der Sache: Sämtliche Crash-Diäten sind normalerweise im Vorhinein zum Scheitern verurteilt.

Wasser weg, Fett da

Die Fastenlüge – gerade bei so genannten Radikal-, Null- oder Blitzdiäten – lässt sich ganz einfach gleich auf mehreren Ebenen entlarven. Zwar wird beim Hungern (= radikale Einschränkung der Nahrungsenergiezufuhr) wirklich das Gewicht gesenkt, zunächst aber vor allem dadurch, weil der Darm entleert wird und der Körper mehr Wasser ausscheidet. Mittelfristig verlieren auch die Muskeln an Masse, vor allem dann, wenn die Proteinzufuhr zu niedrig ist, wie etwa beim totalen Nullfasten. Mit dem gewünschten Fettabbau beginnt der Organismus erst nach circa drei Tagen, denn dann hat der Körper seine Kohlenhydratspeicher in Leber und Muskeln aufgebraucht.

Auch viele der Wirkungsversprechen jenseits einer Gewichtsreduktion fallen ins Reich der Mythen. So gibt es etwa im Körper keine Giftmülldeponie, die durch Fasten entleert werden müsste. Und die oft zitierten Schlacken entstehen lediglich bei der Erzgewinnung. Die Beseitigung von Stoffwechselresten übernehmen Leber, Nieren, Lunge, Haut und der Darm auch ohne Fasten. Auch der unangenehme Körpergeruch, der vielen Fastenjüngern als Beweis für die Entschlackungstheorie dient, ist in Wahrheit nichts anderes als die Ausscheidung großer Mengen an Ketonkörpern wie beispielsweise Betahydroxybuttersäure, eine Substanz, die gerne für Stinkbomben verwendet wird. Ketonkörper sind Stoffwechselprodukte aus dem Fettsäureabbau, die nur im Hungerstoffwechsel und bei Diabetes mellitus anfallen.

Fastende berichten auch oft von plötzlich aufkeimender Euphorie und Energieschüben. Dahinter steckt aber nicht eine Fastenerleuchtung, sondern eine vermehrte Ausschüttung des Hormons Adrenalin und des Neurotransmitters Serotonin. Dieser Zustand stellt eine Stressreaktion des Körpers dar und ist somit alles andere als gesund.

Radikaldiäten schwächen unseren Körper

Bestimmte Gewebe wie Gehirn, Nerven, rote Blutkörperchen und Nierenmark sind auf eine ausreichende Versorgung mit Glucose angewiesen. Zu Beginn einer Radikaldiät stehen für 2-3 Tage noch die Zuckerreserven aus der Leber zur Verfügung. Danach muss die lebensnotwendige Glucose aus Muskeleiweiß gewonnen werden. Manche Gewebe wie beispielsweise das Gehirn können auch die anfallenden Ketonkörper aus dem Fettsäureabbau verwerten. Mögliche Folgen: Konzentrationsschwächen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Kreislaufprobleme, Mundgeruch, Haarausfall und Gichtanfälle. Durch den Eiweißentzug kann es aber auch zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen.

So machen Sie es richtig

Will man sein Gewicht dauerhaft reduzieren, so wird man um eine Ernährungsumstellung sowie um regelmäßige körperliche Aktivität nicht herumkommen. Diese beiden Faktoren sind das A und O einer jeden erfolgreichen Gewichtsreduktion. Den Hauptanteil einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung sollten dabei die so genannten „komplexen Kohlenhydrate“ ausmachen. Diese finden sich vor allem in Getreideprodukten (Brot, Nudeln, Reis) und Kartoffeln. Als hochwertige Quellen zur Deckung des Proteinbedarfs empfehlen sich magere Fleischsorten, Geflügel, Fisch und magere Milch und Milchprodukte. Mit einer derartigen Basisernährung, die zusätzlich reich an Obst und Gemüse ist, reduziert sich der Anteil der tierischen Fette automatisch. Der Bedarf an pflanzlichem Fett sollte v.a. durch hochwertige Pflanzenöle (z.B. Raps- und Olivenöl) sowie Nüsse gedeckt werden.

Moderate und regelmäßige körperliche Aktivität ist kein Mord

Der zweite bedeutende Faktor im Rahmen einer dauerhaften Gewichtsreduktion ist, wie schon erwähnt, ein aktiver Lebensstil. Dieser Begriff umfasst sowohl Sport als auch eine aktivere Gestaltung des Alltags. Also benützen Sie des Öfteren mal die Treppe anstatt des Lifts oder legen Sie kürzere Strecken anstatt mit dem Auto zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Um den Kalorienverbrauch noch weiter in die Höhe zu schrauben, sollte zudem Ausdauersport betrieben werden. Besonders eignen sich Sportarten wie Joggen, Nordic-Walking, Radfahren und Schwimmen, wobei der wünschenswerte Trainingsumfang 3 mal 30 Minuten pro Woche beträgt. Bei der Ausführung der sportlichen Aktivität sollte darauf geachtet werden, dass das individuelle Wohlfühltempo eingehalten wird. Kommen Sie zu schnell aus der Puste, ist das Training nicht nur ineffizient, sondern Sie werden auch sehr bald die Lust daran verlieren.

Das Trinken nicht vergessen

Gerade sportlich Aktive sowie Personen, die abnehmen wollen, sollten auf eine ausreichende und regelmäßige Flüssigkeitszufuhr achten. Zu einer täglichen Getränkezufuhr von mindestens 1,5 Liter empfehlen sich bei jeder Ausdauersportart zusätzlich 0,5 – 1,0 Liter Flüssigkeit pro Stunde um den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers wieder auszugleichen. Zudem kann durch die richtige Getränkeauswahl – sei es beim (Leistungs-) Sportler oder beim sporttreibenden Abnehmwilligen – ein Teil des Vitamin- und Mineralstoffbedarfs gedeckt werden. Geeignete Getränke stellen mineralstoffreiche Mineralwässer, am besten mit einem Calcium-Magnesium-Verhältnis von 2:1, Saftschorlen, Obst- und Gemüsesäfte sowie Kräuter- oder Früchtetees dar.

Fazit

Lassen Sie die Finger von Crashdiäten! Sie schädigen nicht nur Ihre Gesundheit, sondern bringen zudem oftmals nicht den gewünschten Erfolg. Gehen Sie eine Gewichtsreduktion langsam an und versuchen Sie, Schritt für Schritt zu einem gesünderen und aktiveren Lebensstil zu kommen. Haben Sie auf diese Weise ihr Wunschgewicht erreicht, verfallen Sie zudem nicht mehr in den alljährlichen Abnehmstress sobald die Badesaison beginnt und haben immer eine schöne Bikinifigur.


Quelle:

DEUTSCHES INSTITUT FÜR SPORTERNÄHRUNG e.V.
In der Aue 30-32
61231 Bad Nauheim
www.dise.online.

Schlagworte: Sporternährung, erfolgreich abnehmen, gesund abnehmen