Fit in den Winter mit einem starken Immunsystem

06. Dezember 2004

Immunsystem gegen das winterliche Wetter stärken

(IS) Winterzeit. Die dunkle Jahreszeit bietet für viele Menschen Entspannung, Gemütlichkeit und Familienleben pur. Denn die verkürzten Tage laden zu einer gemütlichen Tasse Tee im Freundes- oder Familienkreis ein. Andere schauen der Winterzeit nicht ganz so gelassen entgegen. Denn viele Menschen werden in den nächsten Monaten wieder von Husten, Schnupfen oder anderen Wehwehchen heimgesucht. Die Symptome sind bekannt: laufende Nase, Kratzen im Hals und allgemeine Abgeschlagenheit. Jeder Deutsche leidet durchschnittlich dreimal pro Jahr an einer Erkältung. Das muss nicht sein. Wer rechtzeitig aktiv sein Immunsystem stärkt, kommt besser durch die kalte Jahreszeit.

„Die Aufgaben“ des körperlichen Abwehrsystems

Das körperliche Abwehrsystem ist ein sehr komplexes, aus vielen Einzelmechanis­men bestehendes System. Um Bakterien und Viren am Eindringen in den Organis­mus zu hindern, bilden Haut und Schleimhäute erste Barrieren. Werden diese von Er­regern überwunden, steht die immunologische Abwehr zur Verfügung. Sie gliedert sich in eine allgemeine und eine spezifische Immunabwehr. Bei der allgemeinen Ab­wehr werden jegliche Fremdstoffe wie z. B. Bakterien oder Viren von körpereigenen "Fresszellen" angegriffen und beseitigt. Ist diese allgemeine Abwehr unzureichend, greift die fremdkörperspezifische Abwehr ein. Hier bilden aus Eiweiß aufgebaute Im­munglobuline Antikörper, die innerhalb von Minuten zur Verfügung stehen. Anders als bei den übrigen Organen handelt es sich beim körperlichen Abwehrsystem nicht um ein Gefüge mit festen Strukturen, das über längere Zeit erhalten bleibt. Die mei­sten Immunzellen existieren nur wenige Tage. Es herrscht ein schneller Stoffumsatz. Pro Tag werden rund 250 Gramm Zellsubstanz neu aufgebaut. Die körpereigene Ab­wehr ist also auf ständigen Nachschub an lebensnotwendigen Substanzen, wie zum Beispiel hochwertiges Eiweiß, Vitamine sowie Mineralstoffe angewiesen.

Mit Messer und Gabel das Abwehrsystem stärken

Als Baustoff für neue Immunzellen benötigt der Körper Eiweiß. Dieses ist umso hochwertiger, je mehr lebensnotwendige Bausteine im richtigen Mengenverhältnis enthalten sind. Im Allgemeinen ist tierisches Eiweiß hochwertiger als pflanzliches, besitzt aber meist auch mehr Fett. Ideale Aminosäurenverhältnisse enthalten Kombinationen aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß wie Kartoffeln mit Ei oder Milchprodukte mit Getreide, z.B. Müsli mit Milch oder Brot mit Käse. Zahlreiche Vitamine wie Vitamin A, E und C sowie die B-Vitamine und Mineralstoffe wie Selen, Eisen und Zink sind Teil des komplexen Abwehrsystems des Körpers. So wie jede Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied, so kann auch das Abwehrsystem nur bei ausreichender Konzentration aller Komponenten eine optimale Schutzfunktion ausüben. Eine Ernährung, die reich an Vollkornprodukten sowie reich an frischem Obst und Gemüse ist, liefert eine gute Basis für das körpereigene Abwehrsystem.

Vollwertige Ernährung – der Immunschutz

Seinen Körper mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen und dadurch das Immunsystem zu stärken, ist mit der richtigen Lebensmittelwahl gar nicht so schwierig.

Bei einem Blick auf die Auslage in der Obst- und Gemüseabteilung eines gut sortierten Supermarktes fallen einem die leuchtenden Zitrusfrüchte ins Auge! Orangen, Zitronen und Co. sind besonders reich an Vitamin C, ein aufgrund seiner antioxidativen Wirkung besonders wichtiges Vitamin. Aber nicht nur viele Obstsorten sind Vitamin C-reich. Auch Kartoffeln haben einen hohen Anteil an diesem Antioxidant und die verschiedenen Kohlsorten sind, allen voran der Grünkohl, wahre Vitamin C-Bomben. Zudem enthalten Obst und Gemüse wichtige Mineralstoffe und sind kalorienarm. Von diesen Lebensmitteln kann man eigentlich gar nicht zuviel essen.

Wer die Angebote der Saison nutzt und seinen Speiseplan mit Getreideprodukten, fettarmen Milchspeisen, Fleisch und Fisch ergänzt, bei dem hat die Grippe kaum noch eine Chance.

Trinken unterstützt das Immunsystem

Wichtig ist es, viel und über den Tag verteilt zu trinken. Wer zu wenig trinkt, verstärkt Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Abgeschlagenheit. Wird zu wenig Wasser mit der Nahrung und mit Getränken aufgenommen, wird das Blut dickflüssig. Wichtige Nährstoffe wie Kohlenhydrate und Sauerstoff werden nicht mehr schnell genug dort hingeliefert, wo sie benötigt werden, beispielsweise im Gehirn oder in der Muskulatur. Die Folge: Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Unkonzentriertheit. Symptome, die eine drohende Erkältung zusätzlich verstärken. Daher ist es zur Vorbeugung wichtig, für einen ausreichenden Flüssigkeitshaushalt zu sorgen, damit alle biologischen Funktionen optimal ablaufen können. Kopfschmerzen, die häufig mit einer Erkältung Hand in Hand gehen, können durch reichliches und regelmäßiges Trinken behoben werden.

Gerade in der kalten Jahreszeit sind unsere Atemwege und Schleimhäute stark beansprucht durch den ständigen Wechsel von kalten Außentemperaturen und Heizungsluft. Daher ist es vor allem jetzt wichtig, ausreichend zu trinken, damit die Schleimhäute von Nasen, Rachen und Augen gut befeuchtet sind. Erkältungsviren können so leichter abgewehrt werden. Hat einen die Erkältung schon erwischt, gilt ebenfalls: viel trinken. Bei Fieber ist es beispielsweise ganz wichtig, viel Flüssigkeit aufzunehmen. Vermehrtes Trinken kann helfen, die erhöhte Temperatur zu senken, der Körper wird gekühlt und überflüssige Wärme abgegeben. Auch bei Halsweh gilt: Neben dem Warmhalten des Halses empfiehlt es sich, viel zu trinken, damit die Atemwege gut befeuchtet sind.

Ein weiterer Aspekt: Wer erkältet ist, ist häufig auch appetitlos, d.h. es wird weniger gegessen, umso wichtiger ist es daher, mehr zu trinken.

Das Problem: Eine verringerte Nahrungszufuhr erhöht das Risiko eines Flüssigkeitsdefizits, da mit abnehmender Nahrungsaufnahme auch die Menge des Wassers abnimmt, das mit den Lebensmitteln aufgenommen wird. Zudem ist die Menge des Oxidationswassers - das ist das Wasser, das bei der Umsetzung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen im Körper anfällt – geringer. Es entsteht ein Flüssigkeitsdefizit, das die mentale Leistungsfähigkeit, Konzentration und Abwehrfähigkeit stark beeinträchtigt. Eine warme Hühner- oder Rinderbrühe, vor allem bei Appetitlosigkeit, hilft deutlich.

Gut geeignete Getränke sind mineralstoffreiches Mineralwasser, am besten mit dem Verhältnis Calcium zu Magnesium 2:1, Schorlen im Verhältnis Fruchtsaft zu Mineralwasser 1:2 sowie ungesüßte Früchte- oder Kräutertee. Zusätzlich je nach Geschmack Lindenblüten-, Holunder- oder Thymiantee.

Wer sich ausgewogen ernährt, viel trinkt und zusätzlich für Bewegung an der frischen Luft sorgt, der kommt gut durch die kalte Jahreszeit und kann die dunklen Monate des Jahres bei einer heißen Tasse Tee im Kreise seiner Lieben genießen.


Quelle:

DEUTSCHES INSTITUT FÜR SPORTERNÄHRUNG e.V.
In der Aue 30-32
61231 Bad Nauheim
www.dise.online.

Schlagworte: Immunsystem stärken