Viel hilft nicht viel: Die richtige Trinkmenge - situationsspezifisch und individuell

31. August 2011

Gleichmäßiges Trinken für optimale Leistung

Verschiedene Wasserflaschen

Der Mensch ist kein Kamel und kann daher Wasser nicht „auf Vorrat“ trinken. Um die mentale und körperliche Fitness bestmöglich zu unterstützen, ist daher eine regelmäßige Wasserzufuhr über den Tag verteilt wichtig. Damit die Versorgung unserer Organe mit Wasser sichergestellt ist, muss die Menge, die über die Lunge abgeatmet wird und über den Schweiß verloren geht, dem Körper wieder zur Verfügung gestellt werden. Regelmäßiges Trinken ist daher wichtig, um zum einen das Gehirn optimal mit Flüssigkeit und Nährstoffen zu versorgen, zum anderen die Versorgung der Muskulatur zu gewährleisten. Es kann Infekten vorbeugen, das äußere Erscheinungsbild positiv beeinflussen und bei einer Gewichtsreduktion helfen.

Um alle diese guten Eigenschaften des Wassers auszukosten, ist bei vielen Menschen die Getränkeflasche ein ständiger Begleiter, egal ob an der Arbeit, im Rucksack, im Auto, in der Fitnesstasche oder abends auf dem Nachttisch. Es scheint, als hätten einige Angst zu verdursten. Nach dem Motto „viel hilft viel“ werden oftmals große Mengen an Flüssigkeit konsumiert. Ein Trinken über den Bedarf hinaus liefert allerdings keinen Zusatznutzen. Wird mehr Wasser aufgenommen, als direkt benötigt wird, wird es über den Urin ausgeschieden. Ein Zuviel an Wasser hat daher keine negativen Auswirkungen auf unseren Organismus, es sei denn, man hat hohe Schweißverluste, z.B. durch sportliche Aktivität, Saunagänge oder hohe Außentemperaturen. Mit jedem Liter Schweiß geht dann nicht nur Flüssigkeit, sondern wichtige Mineralien verloren. Werden die Flüssigkeitsverluste dann nur mit Leitungswasser oder einem mineralstoffarmen Wasser ausgeglichen, ist das die falsche Wahl. Sind nicht genügend Mineralstoffe im Getränk vorhanden, kann weniger Wasser im Blut gebunden werden. Es strömt in das Gewebe und kann zum Beispiel im Gehirn die Nährstoffversorgung einschränken. Wird beim Sport eine große Menge mineralstoffarmes Wasser getrunken, kann es sogar zu einer Wasservergiftung, der so genannten Wasserintoxikation, kommen. Während sehr langer sportlicher Aktivitäten, z.B. beim Marathon oder Triathlon, oder bei mehreren Einsätzen an sehr heißen Sommertagen, z.B. in Turniersituationen, spielen daher die Mineralstoffe im Wasser eine wichtige Rolle.

Rosbacher bei der JP Morgan ChallengeNeben Calcium und Magnesium ist vor allem ein Natriumanteil wichtig, denn Natrium ist für die Wasserbindung im Blut erforderlich. Vor allem bei sportlichen Aktivitäten über mehrere Stunden sowie bei hohen Außentemperaturen sollten Getränke konsumiert werden, die physiologisch wertvoll, sprich mineralstoffreich, sind. Die Angst, insbesondere beim Marathon, zu wenig zu trinken ist scheinbar groß. Messungen haben ergeben, dass etwa 30 Prozent der Teilnehmer nach dem Zieleinlauf mehr wiegen als am Start. Das heißt, dass sie unterwegs mehr Flüssigkeit zu sich genommen haben, als sie über den Schweiß verloren haben. Diese so genannte Hyperhydration (Überwässerung) kann im Extremfall dazu führen, dass die Natriumkonzentration im Blut soweit sinkt, dass der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht kommt und die Zellfunktionen nicht mehr gewährleistet sind. Mögliche Folgen sind Krämpfe, Übelkeit, erhebliche Kreislaufbeschwerden, Kopfweh und in seltenen Fällen sogar der Tod. Wichtig ist es daher, sein Trinkverhalten an die eigenen Schweißverluste anzupassen und vor allem ein mineralstoffreiches Mineralwasser auszusuchen, welche Calcium und Magnesium im idealen Verhältnis von 2:1 sowie Natrium liefert.


Quelle:

DEUTSCHES INSTITUT FÜR SPORTERNÄHRUNG e.V.
In der Aue 30-32
61231 Bad Nauheim
www.dise.online.

Schlagworte: Konzentrationsstörungen, Muskelaufbau, Wasserhaushalt