Mit Messer und Gabel gegen den Winterblues

30. November 2010

Wetterfühligkeit mit richtigen Ernährungsplan verhindern

Vollkornbrot mit Hüttenkäse und Johannisbeeren

(IS) Winterzeit – das bedeutet nicht immer schneebedeckte Landschaften und ein strahlend blauer Himmel. Häufig ist es grau, kalt und einfach ungemütlich. Die dunkle Jahreszeit kann uns daher auf`s Gemüt schlagen. Denn viele Menschen leiden jetzt an einem Defizit des Gehirn-Botenstoffs und Gute-Laune-Hormons Serotonin.

Mit Beginn des Herbstes und zunehmender Dunkelheit kommt es auf Grund von Licht- und auch Bewegungsmangel zu einer verminderten Synthese dieses Hormons. Der Körper produziert bei Dunkelheit vermehrt Melantonin, den Gegenspieler von Serotonin. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Heißhunger, ein ungewöhnliches Schlafbedürfnis und eine schnelle Gewichtszunahme oder sogar Depressionen können die Folge sein. Doch keine Angst, durch kleine „Maßnahmen“ beim Essen und Trinken und durch gezielte Bewegungseinheiten kann der Winterblues in seine Schranken verwiesen werden, bevor es zu einer ernsten, krankhaften Veränderung der Gemütslage kommt.

Gute Laune kann man essen!

SchokoladeDie Zugvögel haben schon längst unsere Region verlassen, um Richtung Süden zu fliegen, der Sonne hinterher. Für alle diejenigen, die nicht der Kälte entfliehen können, gilt es, sich auf die dunkle und kalte Jahreszeit einzustellen. Der Körper ist nun auf Winterschlaf programmiert und das Verlangen nach Süßem wird laut. Das so genannte Glückshormon Serotonin spielt dabei eine bedeutende Rolle, denn es wird für die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen benötigt. Es vermittelt dem Gehirn ein Gefühl des Wohlbefindens. Der Serotoningehalt im Gehirn kann maßgeblich mit Messer und Gabel beeinflusst werden. Essen wir zum Beispiel Schokolade oder trinken süße Getränke, z.B. Fruchtsaftschorlen oder Limonaden, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Neben den Kohlenhydraten können so bestimmte Aminosäuren schneller in die Körperzellen gelangen, mit Ausnahme von Tryptophan, die Vorstufe des Serotonins. Der relative Anteil des Tryptophans im Blut steigt, es kann im Gehirn mehr Serotonin synthetisiert werden. Ein Glücksgefühl stellt sich ein. Bestimmte Lebensmittel können demnach die menschliche Gefühlswelt beeinflussen und „gute Laune“ bewirken. Beobachtungen zeigen, dass in skandinavischen Ländern und in Mitteleuropa der Konsum an süßen, kohlenhydratreichen Lebensmitteln im Winter merklich zunimmt. Mit einer zielgerichteten Ernährung kann also dem Wintertief und seinen körperlichen Auswirkungen in gewissen Grenzen entgegen gewirkt werden.

Süßes für die Stimmung

Kohlenhydrate spielen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Sie können unseren Gemütszustand maßgeblich verbessern, indem sie in den Serotoninspiegel eingreifen. Sie wirken der inneren Anspannung und auch Stimmungstiefs entgegen und können daher als Nervennahrung bezeichnet werden. Kombiniert man diese mit eiweißhaltigen Lebensmitteln wie Molkereiprodukten und Fleisch, entstehen grundlegende Bedingungen zur Serotoninsynthese. Die Kombination von Lebensmitteln ist also entscheidend: Einerseits müssen Grundbausteine für Serotonin geliefert werden, andererseits ausreichend Kohlenhydrate enthalten sein. Ein kohlenhydratreiches Frühstück in Verbindung mit eiweißhaltigen Lebensmitteln, wie z. B. Naturjoghurt mit Getreideflocken Müsli mit Honigoder ein Vollkornbrot mit Quark und Honig sind ein guter Start in einen trüben Wintertag. Entscheidend ist, dass neben dem Vollkornanteil auch eine gewisse Portion schnellverfügbarer Kohlenhydrate, z.B. in Form von Honig oder Marmelade, zur Verfügung steht. Zwischendurch kann eine Banane mit Buttermilch oder ein süßes Getränk wie Apfel- und Sportschorlen in Verbindung mit Studentenfutter helfen, den angenehmen Gemütszustand aufrecht zu erhalten.

Trinken als wichtiger Bestandteil der kalten Jahreszeit

Um Müdigkeit, Unkonzentriertheit sowie Abgeschlagenheit in der dunklen Jahreszeit vorzubeugen, sollte viel und über den Tag verteilt getrunken werden. Durch Flüssigkeitsmangel wird das Blut dickflüssig und wichtige Nährstoffe, wie z.B. Kohlenhydrate und Sauerstoff gelangen nur sehr langsam an ihre Zielorte wie dem Gehirn und der Muskulatur. Damit alle biologischen Funktionen optimal ablaufen können, muss für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden. Zu den empfohlenen Getränken gehören mineralstoffreiche Mineralwässer mit einem Verhältnis Calcium zu Magnesium von 2:1, sowie Fruchtsaftschorlen im Verhältnis von Fruchtsaft zu Mineralwasser 1:2. Weiterhin geeignet sind insbesondere in der kalten Jahreszeit Früchte- oder Kräutertee.


Quelle:

DEUTSCHES INSTITUT FÜR SPORTERNÄHRUNG e.V.
In der Aue 30-32
61231 Bad Nauheim
www.dise.online.

Schlagworte: Ernährungsplan, Stimmungsschwankungen, Wasserhaushalt, Wetterfühligkeit