Fit durch die kalte Herbstzeit- so stärken Sie Ihr Immunsystem

24. Oktober 2008

Stärkung des Immunsystems für den Herbst

(IS) Wenn die ersten Blätter fallen und die Kaminöfen angeheizt werden, dann steht der Herbst vor der Tür. Diese Jahreszeit bedeutet für viele Menschen eine Zeit der Entspannung, dem gemütlichen Beisammensitzen mit der Familie oder Freunden bei einer Tasse Tee oder aber auch ein Spaziergang durch die herbstlich gefärbten Wälder. Jedoch heißt es in diesem kalten Zeitabschnitt auch für viele andere Menschen ständiges Nase putzen, starker Husten und Kratzen im Hals. Um weiterhin gesund zu bleiben und Erkältungen vorzubeugen, sollten Sie aktiv Ihr Immunsystem stärken.

Aufgaben des körperlichen Immunsystems

Unser Immunsystem ist ein sehr komplexes, aus vielen Einzelmechanismen bestehendes System. Haut und Schleimhäute bilden erste Barrieren, um das Eindringen von Fremdstoffen wie z.B. Bakterien und Viren zu verhindern.
Wenn diese erste Barriere von Erregern überwunden wird, steht dem Organismus die immunologische Abwehr zur Verfügung. Sie gliedert sich in eine allgemeine und eine spezifische Immunabwehr.

Allgemeine Immunabwehr:
Durch körpereigene „Fresszellen“, den Phagozyten, werden jegliche körperfremde Substanzen, die dem Körper schaden könnten, wie z.B. Viren und Bakterien angegriffen und beseitigt. Ist diese allgemeine Immunabwehr unzureichend, greift die fremdkörperspezifische Abwehr ein.

Spezifische Immunabwehr:
Die spezifische Immunabwehr bildet sich erst nach dem Kontakt mit einem bestimmten Erreger aus und wird deshalb auch als erworbene Immunabwehr bezeichnet. Hier spielen die Lymphozyten und die Bildung von Antikörpern eine wichtige Rolle. Insbesondere liegt das Potential der erworbenen Immunabwehr darin, dass hauptsächlich die Lymphozyten, das Entfernen der als Antigene bezeichneten Fremdstoffe gewissermaßen „erlernen“.

Da die meisten Immunzellen nur weniger Tage in unserem Körper existieren, herrscht ein reger Stoffumsatz.
Die Menge an neu aufgebauter Zellsubstanz pro Tag beträgt rund 250 g. Daher ist die körpereigene Abwehr auf ständigen Nachschub an lebensnotwendigen Substanzen, wie z.B. hochwertigem Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen angewiesen.

Mit der richtigen Ernährung vorbeugen

Zum Aufbau neuer Immunzellen benötigt der Körper Eiweiß. Im Allgemeinen ist tierisches Eiweiß hochwertiger als pflanzliches, tierisches Eiweiß besitzt aber meist mehr Fett. Durch die richtige Kombination von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln kann die Qualität des Eiweißes verbessert werden. Folgende Beispiele enthalten ideale Eiweißkombinationen aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß:

  • Kartoffeln mit Ei z.B. Bratkartoffeln mit Spiegelei
  • Kartoffeln mit Milch/Milchprodukten z.B. Pellkartoffeln mit Quark
  • Milchprodukte mit Getreide z.B. Müsli mit Milch oder Vollkornbrot mit Käse
  • Getreide mit Hülsenfrüchten z.B. Erbsensuppe mit Vollkornbrötchen

Des Weiteren sind die Vitamine A, C und E, sowie die B-Vitamine und Mineralstoffe Selen, Eisen und Zink wichtige Bestandteile des komplexen Abwehrsystems des Körpers.
So wie jede Kette nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied, so kann auch das Abwehrsystem nur bei ausreichender Konzentration aller Komponenten eine optimale Schutzfunktion des Körpers ausüben. Eine Ernährung, die reich an Vollkornprodukten, sowie Obst und Gemüse ist, liefert eine gute Basis für das körpereigene Immunsystem.

Vitamin C - Stärkung für das Immunsystem

Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen und Co sind aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C und ihrer antioxidativen Wirkung, eine optimale Stärkung für das Immunsystem. Doch nicht nur Obstsorten sind reich an Vitamin C, sondern auch Kartoffeln und verschiedene Kohlsorten, wie z.B. Grünkohl, sind wahre Vitamin C-Bomben. Bezüglich ihres geringen Kaloriengehalts und ihrer Reichhaltigkeit an Mineralstoffen, können diese Lebensmittel ohne jegliches schlechtes Gewissen gegessen werden.

Folgendes Rezept ist reich an Vitamin C, Vitamin B6 und Folsäure:
Obstpüree auf Nussnougat-Joghurt (ergibt 2 Gläser)

1 EL fettarmer Joghurt
1 EL Nussnougatcreme
1 Kiwi
1 Banane
½ Mango
2 Orangen

Zubereitung:
Joghurt und Nussnougatcreme verrühren und in ein Glas geben. Kiwi, Banane und Mango schälen und klein schneiden. Orangen auspressen und mit dem restlichen Obst pürieren bis ein dickflüssiger Saft entsteht.
Auf den mit der Nussnougatcreme verrührten Joghurt gießen und mit einem Löffel servieren.

Functional Foods - die „gesundheitlich“ aufgepeppten Lebensmittel

Als „Functional Food“, werden Lebensmittel verstanden, denen neben ihrem reinen Nähr- und Geschmackswert eine oder mehrere zusätzliche gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden, wie z.B. das Risiko ernährungsbedingte Krankheiten zu senken oder das Immunsystem des Körpers gegen Krankheitserreger zu stärken.
Die bekanntesten Functional Foods in Deutschland sind pro- und prebiotische Molkereiprodukte. Wobei „Probiotika“ nichts anderes als „für das Leben“ und z.B. „Antibiotika“ „gegen das Leben“ bedeuten. Probiotische Milcherzeugnisse sind Produkte, denen bestimmte Milchsäurebakterien zugesetzt wurden. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ausgewählte Milchsäurebakterien wie z.B. Lactobacillus rhamnosus oder Saccharomyces boulardii effektiv in der Prävention und Behandlung von chronisch entzündlichen, infektiösen und allergischen Erkrankungen sind (wie z.B. bei infektiösen oder Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankungen). Außerdem verdeutlichen verschiedene Studien die Wirksamkeit bestimmter Probiotikastämme, das Immunsystem stärken zu können.

Jedoch erlaubt der derzeitig noch nicht geklärte Wirkmechanismus sowie die geringe Anzahl der Studien und die dabei meist kleinen Fallzahlen keine generelle Empfehlung von Probiotika. Der Einsatz kann aber dennoch im Einzelfall sinnvoll sein. Auch herkömmliche Milchprodukte enthalten Milchsäurebakterien. Die Bakterien der probiotischen Produkte stammen jedoch nicht, wie bei den herkömmlichen Produkten, aus der tierischen Darmflora, sondern aus der des Menschen. Sie sollen weitestgehend unempfindlich gegen Magensäure sein und können sich leichter im Darm ansiedeln. Eine dauerhafte Ansiedlung dieser Kulturen kann jedoch nur dann erreicht werden, wenn regelmäßig Joghurt, Quark oder Drinks dieser Art verzehrt werden. Gegen Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums des Produktes nimmt die Zahl der probiotischen Bakterien deutlich ab. Deshalb sollten Probiotika möglichst frisch gegessen werden, um die Wirkung der Bakterien optimal nutzen zu können. Doch nicht nur die "neuen" Lebensmittel zählen zu den Functional Foods. Auch "alte Bekannte“ unter den Lebensmitteln fallen in diese Gruppe. Nämlich enthalten Sauerkraut, Rote Beete, Dickmilch, Kefir oder Joghurt von Natur aus die nützlichen Bakterienstämme wie Lactobacillen und Bifidobakterien – und das nicht erst seit heute! Überdies zählen zu den natürlichen funktionellen Lebensmitteln Äpfel, Gerste, Hafer, Nüsse usw. So können z. B. Äpfel, Walnüsse und Gerste effektiv in der Blutfettsenkung sein. Eine entzündungshemmende Wirkung wird Ginseng, Hafer und Petersilie zugesprochen. Diese Auswahl an natürlichem Functional Food ist nur ein kleiner Auszug. Es gibt noch eine Reihe weiterer natürlicher Lebensmittel mit funktionellen Bestandteilen, die sich positiv auf unsere Immunabwehr und den gesamten Organismus auswirken können.

Trinken als wichtiger Bestandteil der kalten Jahreszeit

Rosbacher FlaschenUm Müdigkeit, Unkonzentriertheit sowie Abgeschlagenheit vorzubeugen, sollte viel und über den Tag verteilt getrunken werden. Durch Flüssigkeitsmangel wird das Blut dickflüssig und wichtige Nährstoffe, wie z.B. Kohlenhydrate und Sauerstoff gelangen nur sehr langsam an ihre Zielorte wie dem Gehirn und der Muskulatur. Die Folgen von Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Abgeschlagenheit können eine Erkältung zusätzlich verstärken. Damit alle biologischen Funktionen optimal ablaufen können, muss für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden.

Atemwege und Schleimhäute sind besonders in der kalten Jahreszeit stark beansprucht durch den ständigen Wechsel von kalten Außentemperaturen und Heizungsluft. Bezüglich der Befeuchtung der Schleimhäute von Nase, Rachen und Augen ist es gerade deshalb wichtig ausreichend zu trinken. Durch reichliches Trinken können Erkältungsviren leichter abgewehrt und bei Fieber die Temperatur gesenkt werden.
Bei Erkältungen ist häufig Appetitlosigkeit ein wichtiger Aspekt, deshalb sollte vermehrt auf die Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Eine warme Hühner- oder Rinderbrühe kann dabei hilfreich sein. Außerdem gehören zu den empfohlenen Getränken mineralstoffreiche Mineralwässer mit einem Verhältnis Calcium zu Magnesium von 2:1, sowie Fruchtsaftschorlen im Verhältnis von Fruchtsaft zu Mineralwasser 1:2. Weiterhin geeignet sind Früchte- oder Kräutertee.

Wer sich in der kalten Jahreszeit ausgewogen ernährt, reichlich trinkt und zusätzlich für Bewegung an der frischen Luft sorgt, kann den Erkältungsviren den Kampf ansagen und somit in aller Ruhe eine Tasse Tee mit der Familie oder den Freunden genießen.


Quelle:

DEUTSCHES INSTITUT FÜR SPORTERNÄHRUNG e.V.
In der Aue 30-32
61231 Bad Nauheim
www.dise.online.

Schlagworte: Immunsystem stärken