Konzentration und kognitive Leistungsfähigkeit im Unterricht - Maßnahmen für Lehrer und Schüler

27. Februar 2008

Konzentrationsschwächen von Schülern vermeiden

(IS) Um im Unterricht geistig fit bleiben zu können, spielt die regelmäßige Zufuhr kleiner ausgewogener Mahlzeiten und geeigneter Getränke eine bedeutende Rolle. Alarmierend ist die aktuelle Situation, da 30 Prozent aller Schüler und Schülerinnen ohne Frühstück und ohne etwas zu trinken in die Schule gehen. Somit besteht ein Aufklärungsbedarf, um ein Flüssigkeitsdefizit und einen schwankenden Blutzuckerspiegel zu vermeiden. Aktuelle Studien, wie die Rosbacher Trinkstudien über das Trinkverhalten von Schülern zeigen, dass sich durch das Trinken im Unterricht die mentale Leistungsfähigkeit und damit der Lernerfolg direkt verbessern lassen.

Wie viel Wasser braucht der Mensch?

Der empfohlene Richtwert für die Höhe der Gesamtzufuhr von Wasser beträgt beim Erwachsenen durchschnittlich etwa 2 bis 2,5 Liter pro Tag. Kleinkinder und junge Schulkinder brauchen besonders viel Flüssigkeit. Sie haben im Vergleich zu Erwachsenen - bezogen auf ihren Energieumsatz - einen höheren Wasserbedarf. Ein Mehrbedarf ergibt sich je nach Umgebungsbedingungen (z.B. Hitze, sportliche Aktivitäten). Leider trinkt genau diese Altersgruppe nicht ausreichend. Dies kann auch daran liegen, dass in den meisten Schulen das Trinken nur in den Pausen erlaubt ist, obwohl es schon morgens wichtig ist, regelmäßig zu trinken, da ein Flüssigkeitsdefizit im Laufe des Tages nicht wieder auszugleichen ist.

Trinken bevor der Durst kommt!

Die Aktivität des Gehirns muss durch eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr aufrechterhalten werden. Nur wer rechtzeitig trinkt, das bedeutet bevor der Durst sich meldet, kann mentale Leistungstiefs in der Schule vermeiden. Daher sollte man schon morgens mit dem Trinken beginnen. Sowohl durch eine chronisch unzureichende Wasseraufnahme als auch durch kurzfristige Wasserdefizite, kann es zu einer Beeinträchtigung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit kommen. Bereits ein Flüssigkeitsverlust ab ca. 2 Prozent des Körpergewichts führt zu einer Leistungsminderung von vier bis acht Prozent.

Da der Körper nicht in der Lage ist, größere Flüssigkeitsmengen effektiv zu speichern und pro Stunde nur ca. 500-800 ml Flüssigkeit aufnehmen kann, ist es wichtig, über den Tag verteilt kleinere Mengen Flüssigkeit zu sich zu nehmen - auch während der Schulzeit! Nur durch die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr können temporäre Wasserdefizite vermieden und damit die mentale Leistungsfähigkeit gesteigert werden.

Ferner hat rechtzeitiges und ausreichendes Trinken Einfluss auf das Körpergewicht, denn z.B. durch das Trinken eines Glases Wasser vor der Mahlzeit kann die effektive Energieaufnahme um acht bis zwölf Prozent gesenkt werden.

Tipps zum richtigen Trinken!

Mineralwasser ist das ideale Getränk für den Klassenraum. Zu bevorzugen sind Mineralwässer mit einem Calcium-Magnesium-Verhältnis von 2:1, außerdem Fruchtsaftschorlen, Kräuter- und Früchtetees. Mineralwasser kann vom Körper schnell und einfach aufgenommen werden und ist daher zum Ausgleich von Wassermängeln und außerdem zur Bedarfsdeckung von wichtigen Mineralstoffen, wie Calcium und Magnesium, besonders geeignet. Um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicher zu stellen, ist es hilfreich, sich die Menge an Getränken, die im Laufe des Tages getrunken werden soll, bereitzustellen.

Mental top-fit – mit dem richtigen Frühstück beginnt’s

Für Schüler und Lehrer nimmt das Frühstück gleichermaßen eine Schlüsselrolle ein. Um erfolgreich in den Tag starten zu können, ist es wichtig, die in der Nacht verbrauchte Energie wieder aufzufüllen. Die Art der Energie spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Sowohl Müsli mit frischem Obst als auch Vollkornbrot mit süßem Belag wie Honig oder Nussnougatcreme eignen sich sehr gut, um den während des Schlafes verringerten Energiespeicher wieder anzureichern. Vollkornbrot und Müsli stellen komplexe Kohlenhydrate dar und diese sorgen für einen kontinuierlichen Blutzuckeranstieg. Der süße Brotaufstrich dagegen versorgt den Körper schneller mit Energie und lässt auch somit den Blutzuckerspiegel nur kurzfristig in die Höhe schnellen.

Mit Zwischenmahlzeiten gegen Leistungstiefs!

Um in der Schule leistungsfähig zu sein, ist es besonders wichtig, dass Schwankungen im Allgemeinbefinden sowie Konzentrationsschwierigkeiten, mangelnde Gedächtnisleistung und mentale Einbrüche deutlich verringert werden. Geistige und körperliche Leistungstiefs können durch regelmäßiges Essen vermieden werden. Bei einer Einnahme von fünf statt drei Mahlzeiten am Tag kann der Blutzuckerspiegel relativ konstant gehalten werden. Eine über den Tag verteilte Nährstoffzufuhr garantiert zudem eine bessere Aufnahme wichtiger Nährstoffe, wie z.B. Vitamine und Mineralstoffe.

Wie sieht eine geeignete Zwischenmahlzeit aus?

Nicht jedes Lebensmittel eignet sich als sinnvolle Zwischenmahlzeit. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Zwischenmahlzeit etwa zehn Prozent der Tagesenergiezufuhr ausmacht, dies entspricht ca. 180- 240 kcal. Sinnvoll für die kurze Pause sind Snacks, die einen ausgewogenen Gehalt an komplexen und einfachen Kohlenhydraten enthalten, sowie durch einen niedrigen Fettgehalt, gleichzeitig aber hohen Vitamin- und Mineralstoffanteil ausgezeichnet sind. Hervorragend eignen sich deshalb als Zwischenmahlzeiten Müsliriegel mit Feigen und Bananen, Buttermilch mit frischen Früchten und Haferflocken, Äpfel oder eine Scheibe Vollkornbrot mit Quark und Honig. Aber auch das bekannte „Studentenfutter“, ein Mix aus Nüssen und getrockneten Früchten, ist durch seine wertvollen sowie abwechslungsreichen Inhaltsstoffe und trotz seines höheren Fettgehaltes eine sehr gute Variante für zwischendurch.

Zusammenfassung

Das Gehirn ist der größte Energieverbraucher des menschlichen Körpers. Energiedefizite sind deshalb immer zuerst im mentalen Bereich feststellbar. Der Lernerfolg ist somit stark durch die richtige Wasser- und Energiezufuhr beeinflussbar.
Nur wer rechtzeitig trinkt, das bedeutet bevor der Durst sich meldet, kann mentale Leistungstiefs in der Schule vermeiden. Von Vorteil ist es schon morgens mit dem Trinken zu beginnen und sich die Menge an Getränken, die im Laufe des Tages getrunken werden soll, bereitzustellen. Deshalb ist das Trinken im Unterricht eine sinnvolle Maßnahme für Schüler und Lehrer, die geforderten Lehrinhalte aufzunehmen und zu vermitteln.
Ebenfalls ist es wichtig durch regelmäßiges Essen seinen Blutzuckerspiegel konstant zu halten, um Schwankungen im Allgemeinbefinden sowie Konzentrationsschwierigkeiten und mentale Einbrüche zu vermeiden.


Quelle:

DEUTSCHES INSTITUT FÜR SPORTERNÄHRUNG e.V.
In der Aue 30-32
61231 Bad Nauheim
www.dise.online.

Schlagworte: Ernährungsplan, Konzentrationsschwäche